ES

HONIGTEXT I

Personnages:

· ein wimpernloser Trittbrettfahrer
·
ein Folkloreforscher mit Spezialgebiet Beissschienen, Kussverschlüsse und Beischlafposen
·
ein parteiloser Friseur (dreht sich nachts Papilotten ins Haar)
·
eine poetische Anti-Chronistin


Nacht vom 19. auf den 20.7.2023

Pufferbett, Leibwiege, der Körper gekuhlt | Im Takt des Spazierstockes, der an der Pendüle schwingt und gegen die Schrankwand schlägt, versickert das Leben in der Matratzenkuhle bis nur noch Vogelgesang und der Tod betrauert und besungen wird.
Am Ende wiegen die Toten weniger als der gusseiserne Kochtopf mit Soldatenhelm in der Küchenanrichte.

Schlüpfrhombe im Bettbezug, rosasatinierte Bergdecke züngelt, lüstern vaginale Erscheinung. Das Tapetenmuster 50er Jahre, spermatös, ein sich Verfädeln der Gedanken, befruchten sich, hinter der Stirn entfachte Schubkraft, Bett erhebt sich auf Mittelsäule, schraubt sich hoch, Traumbeschleuniger und Fliehkraftkreisel – am nächsten Morgen belegt der Nachbar das abgehobene Dach mit Donnerblech.

In der Nacht bellt ein Hund mit Glockenstimme, während in der Hitze des Tages heiseres Gekläffe die Pergamenthaut um den Knöchel reizt und den Ohrgang schürft. Die aus abertausend schmalen Monden geschnittener Fußnägel zusammengesetzte platinblonde Mega-Sichel zerreißt das nächtliche Firmament. Himmlischschwüle Schwerbrüstigkeit, der Himmel spreizt seine Schenkel, ergießt sich, Dach und Schädel spaltende Blitzeinfuhr. Der Folkloreforscher [Solist] spielt auf der Wandlampe – zwei Orgelpfeifen, zwei Mundstücke –das Wäscheoratorium.

Die Kochplatte ruht auf einem Flachkiesel, (linke vordere Ecke), und einem zusammengerollten Papierstück, (rechte vordere Ecke).Den Soldatenhelmen/ Topfdeckeln wird mit dem Kochlöffel in die Parade gefahren, Xylophonieren am Herd [Chorisch, alle drei: der wimpernlose Trittbrettfahrer, der Folkloreforscher und der parteilose Friseur].

Beinahe Zusammenstoß: Der Folkloreforscher schleicht durch die Räume, das Laken um den Körper gewunden, wittert kulturelles Brauchtum, hinterlässt eine Notiz auf der Wand:

„Immer wieder das Bräutige in den Gardinen, die zerschlissenen Fetzen, zerrissenen Jungfernhäutchen vor den Fenstern, das Bräutige im Fransenspuck“,

während der parteilose Friseur auf der Edelkarosse des braunsamtenen Sofas seine Runden dreht, Besen und Stabschrubber schwingt und den Staub, der lange ruhte, aufwirbelt. Striegelt den Sofakörper, schwerer Warmblütler, glänzend brauner Samt, Brandloch beschädigt, schwarze Löcher des Vergessens, ganze Dekaden im Kern versenkt. Ein, zwei Motten kurz vor Zerfall kleben rechtsseitig an der Rückenlehne – also die Motten, Marotten und Verrücktheiten, all jener und überhaupt aller.

„… und wieder diese Tapetenstürme“,

konstatiert der Folkloreforscher, duckt sich weg vor dem Flammensturm furnierter Schrankwände in schmalbettiger Umgebung, verbarrikadiert oder getürmt, die Hinterlassenschaften (Vermächtnisse) eingenäht in die Mantelsäume. Der Abdruck des Hinterkopfes verleiht dem Kopfkissen Gepräge, Kopflandschaft.

Ich ziehe mit einem Blatt Papier einen Schmetterling aus dem See.

Der wimpernlose Trittbrettfahrer balanciert mit einem Bein auf der Seitenplanke seiner Holzschlafstatt, hält den Pfosten und versetzt mit dem rechten Bein das Bett in Fahrt, schlägt dabei mit dem Kaffeelöffel an die Lampe / Straßenbahnglocke und fährt die Stationen seines Lebens ab. Sein wimpernloser Blick aus geweitetem Auge | nur an den Rändern mit Flimmerhärchen versehen | sammelt das Licht, das aus den Fenstern, von den Sternen, aus den Deckenlampen fällt.Schreit:

„Heute freie Fahrt und kostenlose Träume!“

Ich setze den Schmetterling auf einen Stein, er sucht den Grat, breitet sein Flügeldach über sich aus, gewinnt Farbe zurück, wagt den Versuch, hebt ab und stürzt ein zweites Mal in See. Schwimmt. Erreicht die Uferklippe, Bruchkante eines Steinbrockens, ich schaue eine Weile zu, dann reich‘ ich ihm ein zweites Mal das Blatt. Und wieder trocknet er sein Flügelwerk, das Wasser spielt ein Küstenlied, er, ungeduldig, schlägt die Schwingen, faltet sie und wirft sie über sich, sein Fallschirm zieht ihn hoch, er trudelt, taumelt – dreht ab und wendet sich dem Hügel zu – er fliegt. Er lebt.

Rötlich, zarthäutig dämmert der Morgen. Ermattet sitzt der parteilose Friseur auf seiner Bettkante und rezitiert Parteiprogramme. Mit nassem Kamm stellt er Bezüge her zwischen Inhalten und Haarschnitten der herrschenden und arbeitenden Klasse, sein Darm rumort, er seufzt:

„und was mach ich mit der KI?“

Chat GPT: „In der Realität gibt es keinen nachweisbaren Zusammenhang zwischen politischen Parteiprogrammen und den Haarschnitten der herrschenden Klasse. Haarschnitte sind persönliche Entscheidungen, die von individuellen Präferenzen und Modetrends geprägt sind, während politische Parteiprogramme auf politischen Überzeugungen, Ideologien und gesellschaftlichen Interessen basieren. Diese beiden Bereiche haben normalerweise keinen direkten Einfluss aufeinander. Es ist nicht angemessen, eine politische Analyse auf der Grundlage von Haarschnitten durchzuführen, da sie keine direkte Verbindung zu politischen Überzeugungen oder politischen Entscheidungen haben. Jedoch kann ich auf einige allgemeine Beobachtungen hinsichtlich der Haarschnitte dieser Persönlichkeiten eingehen:

1. Joseph Stalin: Stalin war ein sowjetischer Politiker und Diktator. Er hatte in der Regel einen markanten, gepflegten Schnurrbart und kurzes, glattes Haar. Sein Aussehen spiegelte möglicherweise den Stil und die Normen seiner Zeit wider, in der kurze Haare bei Männern üblich waren.

2. Wolodymyr Selenskyj: Als Präsident der Ukraine ist Selenskyjs Haarschnitt wahrscheinlich eher von modernen Trends und dem Image eines jüngeren Politikers geprägt. Er trägt oft einen kürzeren Haarschnitt, der sauber und professionell aussieht.

3. Claudia Roth: Als deutsche Politikerin der Grünen Partei steht Claudia Roths Aussehen möglicherweise für einen individuellen und nonkonformistischen Stil. Sie ist bekannt für ihre rote Haarfarbe und lockigen Haare, was ein Ausdruck ihrer Persönlichkeit und Individualität sein könnte.

‚Spielverderber‘,

wütet der parteilose Frisör. Hühnergegacker und Hahnenstolz.

Ich habe den Tisch mit Kuhfladen eingedeckt. Trinke den Morgenkaffee aus Tassenscherben.
Eine Kuh schreitet queenisch über die Brücke und brüllt ein ES aus sich heraus. Die Frühschwimmer:innen in Badehosen mit Lollipop und Schulterbeutel weichen zurück und senken schüchtern das Haupt, bieten ihre feuchten Frottierfrisuren dar wie frischgemähtes Gras.
Die Horizontlinie verläuft im See, die Wolken steigen auf Grund, sinken hinab zu den Gipfeln.


[Die Statements der KI stammen von 2023]